Die 70er Jahre
Entfernungsrekorde auf neuen Amateurfunkbändern
Der Anfang der 70er Jahre stand ganz im Zeichen des immer populärer werdenden UKW - Funks. Zahlreiche Eigenbauten der OMs ( Old Man für Funker im Jargon ) beflügelten den Entwicklungsgeist der Amateure mit immer günstiger werdenden Bauteilen oder ausgedienten umgebauten kommerziellen Funkgeräten. Die Einführung der sogenannten Lizenzklasse C ( UKW - Funkklasse ohne Telegrafie ) mit Beginn der 70er Jahre, versetzte den Amateurfunkdienst einen Zustrom von neuen Kräften. Die hier tätig werdenden OMs eroberten schon bald Amateurfunkbänder im Gigahertz - Bereich, wo von der Industrie nur wenige vor allem militärische Geräte entwickelt worden sind. Der Amateurfunkdienst gilt dort , wie vorher auch schon im Kurzwellenbereich , als ein Wegbereiter von neuen Techniken uns Kommunikationsmitteln. Als sensationell kann ein Bericht gelten der durch die regionale Presse ging, als Verbindungen auf 23cm ( 1,2 GHz ) mit Mittelengland mittels eines Gitterparabolspiegels gelangen. Im allgemeinen kann eine Verbindungsstrecke ähnlich der optischen Sicht nur angenommen werden. Die Entfernung der Eigenbauanlage war mit rund 800 Km ( ! ) eine der weitesten Verbindungen der Welt auf dieser hohen Frequenz.
Die Fielddays auf der Hanskühnenburg
Die 70er sind geprägt von den sogenannten Fielddays , in dem Funkausrüstungen portabel auf einen Berg mitgenommen werden. Diese mit einer Gemütlichkeit vermischten Treffen , galten als besonders verbindend. Nicht selten drehte man auch die Antenne Richtung Osten, um ein paar Ys ( Rufzeichenkenner der DDR - Funkamateure ) über den eisernen Vorhang zu begrüßen. Ein beliebter Treffpunkt in der Zeit war und ist heute noch die HKB ( Hanskühnenburg ), die vornehmlich zu Fuß erreicht worden ist. Mit dem Landkreis Osterode und der örtlichen Forst erhielt der Ortsverband sogar eine Ausnahmegenehmigung im Laufe der Zeit, zum Befahren der Straßen zum Turm der HKB. Diese Genehmigung stand im Zusammenhang mit der Einbindung des Amateurfunkdienstes in das Katastrophenschutznetzes des Bundes und der Länder. Von dort aus sollte die Behörden fernmeldetechnisch unterstützt werden. Auch heute noch steht der Amateurfunkdienst im Dienste des Katastrophenschutzes. Nicht wenige Male war die HKB Standort von Funkaktivitäten des Ortverbandes. Mit den dem Gastwirt konnte man sogar vereinbaren, daß eine ständige Antennenmasthalterung installiert werden durfte. Dies verkürzte den Aufbau der Fielddaystation erheblich. Nicht wenige waghalsige Antennenmontagen am HKB - Turm gingen dieser Lösung voraus. Es sollte an dieser Stelle auch nicht vergessen werden, daß jede Himmelfahrtswanderung, aus den verschiedensten Richtungen, auf der HKB enden. Es wird sich dort nach kilometerlangem Marsch auf den 811m hohen Berg bei einer kräftigen Erbsensuppe gestärkt und die grandiose Aussicht weit ins Land genossen.
25 - Jahrfeier 1974
Die 25 Jahrfeier des Ortsverbandes ist einigen älteren Mitgliedern noch gut in Erinnerung . Man beschloß den Jubiläumstag im Westerhöfer Wald am dortigen Jagdhaus zu verbringen. Kurzum lud Reinhold Stesky DK4AX alle Teilnehmer in seinen damaligen Dienstbus der Deutschen Bundespost mit all den Dingen für eine gute Grillfeier. Mit einer Fotoschau und Gesellschaftsspielen verging der Tag. Am Abend gab es bei Grillen, Getränken und Lagerfeuer den von vielen erwarteten Fußball - WM - Abend. Eine heikle Partie stand an. Deutschland gegen Deutschland ! Einer der wenigen Portablen Fernsehapparate seiner Zeit leistete beste Dienste. Zum Jubiläum erhielt Erich Sander, der Gründer des Ortsverbandes die silberne Ehrennadel des DARC, durch den amtierenden Ortsverbandsvorsitzenden Heinz Rörig DJ3FF.
Weltweite Verbindungen über Amateurfunksatelliten
In der örtlichen Presse brachte ein Artikel, über weltweite Verbindungen mittels eines der ersten von Funkamateuren gebauten und von der NASA als Huckepacksatelliten in das All geschossener Amateurfunktransponder , große Aufmerksamkeit. Auch Osteroder Amateure gingen auf Sendung. Kaum eine andere Betriebsart brachte für den UKW - Funk mehr Furore. So konnten mit wenig Aufwand Stationen aus ganz Europa und Asien erreicht werden. Die meisten Geräte waren zudem selbst hergestellt. Im Aufschwung der Entwicklungen des Amateurfunkdienstes , galten die Lehrgänge zur Erreichen der Funklizenz als zentrales Thema für die regionale Presse. Mehrere Male gelang es den Aktiven des Ortsverbandes bei den sogenannten Kontesten ( Verbindungswettbewerben ) den begehrten Pokal des DARC nach Osterode zu holen.
Amateurfunk am Blindenkurheim
Am Blindenkurheim in Osterode errichteten einige Mitglieder auf Wunsch amateurfunkender blinder Gäste und der Heimleitung eine Antennenanlage zum Betrieb auf den Kurzwellenbändern. Diese einzigartige Gelegenheit des Aufenthaltes für Sehbehinderte im schönen Sösetal zusammen mit der Möglichkeit der Ausübung des Hobbys wurde in Norddeutschland zu einer Attraktion. Verbindungen zu ihren heimatlichen Standorten und Funkfreunden, aber auch das bekanntwerden der Gastfreundlichkeit setzen Akzente für Osterode am Harz.
Besuch beim Amateurfunkzentrum in Baunatal
1973 besuchte eine Gruppe vom Osteroder Ortsverband das neu eingeweihte DARC - Zentrum in Baunatal. Hier hatte nach Zwischenstationen der Dachverband der Funkamateure einen festen Platz in Deutschland bekommen. Außer den üblichen Einrichtungen einer modernen Clubstation, wurde die Verwaltung und die QSL - Vermittlung in den Gebäuden untergebracht. Amateurfunkausstellung zur Eröffnung der Fußgängerzone Am 2. Und 3. November 1979 zur WEGO - Ausstellung anläßlich der Eröffnung der Osteroder Fußgängerzone, zeigte der Ortsverein bei der Fa. RINNE in der RINNE - Passage das breite Spektrum des Amateurfunks. Eine Kurzwellenstation , Fernschreiber, UKW - Station mit Antennen präsentierte der Verein der Öffentlichkeit. Außer prominenten Besuchern der Politik , war die Presse mit vom Geschehen. Diese Aktion kann als die wichtigste Aktion gewertet werden , die in den 70ern in der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen wurde.