Die Jugend- und Ausbildungsgruppe von den 70ern bis zur Gegenwart
In den Anfängen der 70er Jahren , hatte Struppi DJ3FF Erich Prager den Posten des Jugendleiters inne. Im Haus der Jugend in Osterode fand man ein geeignetes Domizil um in der Stadt sich einmal zu treffen und auf die Amateurfunklizenzprüfung vorzubereiten. Der kleine damalige Raum faßte außer der Unterrichtseinheit den neuen Standort der Osteroder Clubstation DK0CO . Eine Antenne für die Kurzwellenbänder konnte auf dem sich weit erstreckenden Arial des Jugendheimes installiert werden um weltweite Funkverbindungen zu ermöglichen. Die sogenannten QSL-Karten ( Empfangsbestätigungskarten für die Funkverbindungen ) , zeugen von dem Erreichen nahezu aller Kontinente der Welt. Die Ausbilder trugen zum Wachstum des Ortsverbandes erheblich dazu und prägten vielfach die Aktivitäten im Verein. Hier die Reihenfolge der Jugend - und Ausbildungsleiter im Ortsverband Osterode :
| 1951 - ??? OM Sander, Kirschner , Helbing | |
| 1956 DJ2RW , Karl - Heinz Schulze | |
| 1970 - 1972 DJ3JW , Erich Prager Struppi | |
| 1972 - 1974 DK1QC , Reinhard Tulke | |
| 1974 - 1978 DC9IY , Joachim Beushausen | |
| 1978 - 1980 DK1PZ , Heinz Jonuscheit | |
| 1980 - 1984 DF1AD , Edgar Steinbrück | |
| 1984 - 1986 DB8AT , Horst List | |
| 1986 - 1988 DH6AAD, Fiedler | |
| 1988 - 1998 DB8AF , Oliver Häusler | |
| 1998 - 2000 DG6OBO, Jan Kesten |
Die Ausbildung veränderte sich mit Einführung der Lizenzklasse C , die ohne Telegrafie einen Einstieg auf den UKW-Bändern ermöglichte. So setzte ein Boom an Neulizenzen für den Amateurfunk neue Marken. Die Entwicklungen im UKW - Bereich überwogen seither und fanden neue Wege zu weltweiten Funkverbindungen auch ohne die Kurzwelle. Man nutzte seither Amateurfunksatelliten , die von Gruppen aus Funkamteuren entwickelt und gebaut wurden. Aufgrund guter Beziehungen zur ESA ( europäische Weltraumbehörde ) und anderer zum Teil russischer Behörden ,konnten inzwischen nahezu 30 Sats in den Orbit geschossen werden. Auch neben der russischen Raumstation MIR die eine ständige Besatzung hält, sind zahlreiche Shuttleflüge der US-Amerikaner , mit einer Amateurfunkausrüstung versehen. Mittels dieser Bordanlagen konnten zahlreiche Schulen mit einer eigenen Amateurfunkclubstation einen Kontakt zu den Kosmonauten oder Astronauten herstellen. Damit soll das technische Interesse der Schüler und Lehrer gefördert werden. Den Kosmonauten in der MIR bringt es viel Abwechselung bei ihren mehrere monatigen Aufenthalten im All. Faszieniert von diesen und anderen Möglichkeiten gelangten immer mehr Interessenten zum Amateurfunk.
Anfang der 80er waren die Kurse des Ortsverbandes immer gut besetzt. Nicht zuletzt durch die zentrale Lage im Haus der Jugend und dem aufkommen des CB -Funks ( Citizenband Jedermannfunk ) ein Funkbereich im Nahbereich ohne eine Prüfung , fanden immer junge Leute den Weg zu uns. Ende der 80er Jahre ging der Zulauf drastisch zurück. Die Gründe lagen in der Basis bei der man Interessenten abwarb. Der CB-Funk für hatte seine Boomjahre überschritten zu damaligen Bedingungen. Die Perspektiven waren schlecht. Dies änderte sich erst mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Viele der Bewohner in den neuen Ländern entdeckten den Jedermannfunk ( CB ). Aufgrund dieses Druckes von Teilnehmern und Interessen der Industrie , verschaffte man ihnen auf dem CB-Band eine Menge von Neuerungen, die es sicher sonst nicht gegeben hatte. Dem wieder aufstrebenden CB-Funk , konnten viele Interessenten abgewonnen werden, die sich für die vielen Möglichkeiten im Amateurfunkbereich begeisterten. Nicht zuletzt die Betriebsart PACKET-RADIO, ein Datennetz welches aus dem bis dahin nicht für alle zugänglichen INTERNET ableitete, brachte große Impulse für den Neubewerber. Kostenlos kann man hier ein Mailbox und Online- Netz nutzen und weltweit kommunizieren. Die Datengeschwindkeiten übertrafen Ende der 80er bis 1993 alle kommerziellen Festnetzdienste. Die Jugend- und Ausbildungsgruppe verlor im allgemeinen Sparszenario der öffentlichen Hand und aufgrund der wenigen Aktionen am Ende der 80er den Raum im Haus der Jugend in Osterode. Aller Anfang war nun wieder schwer. Mit wiederkehrenden Interesse 1990 , kam man in Förste als Dauergast eines anderen Funkvereines unter. Mittlerweile haben die Clubstationen DK0CO und DB0OHA ( seit 1996 am Standort genehmigt ) ihr Domizil gefunden. Weitgehend kann hier mit Antennenanlagen ohne Platzprobleme experimentiert werden. Auch sind die Räumlichkeiten für den Ausbildungsbetrieb ausreichend groß und entsprechend ausgestattet. Während der Jahre wurden einige Konteste ( Funkwettbewerbe ) von dort erfolgreich ausgetragen , wenn auch die UKW-Lage am Fuße des Sösetales als nicht ideal zu sehen ist. In den Jahren veranstaltete man auch Fuchsjagden und mehrere Selbstbauprojekte für Newcomer. Unter anderen würden Morseübungsgeräte und ein Kurzwellenradio gebaut. Ebenso kam der Morsegeber bei Ferienpaßaktionen mit der Stadt Osterode zum Einsatz. Hier konnte eine Drahtübermittlungsstrecke von der Schachtruppvilla in Osterode bis zu einer nahegelegenen Kirche von 400m aufgebaut werden. Auch ein MW-Radio mit baute man mit einfachsten mitteln und konnte schon am frühen Abend Radio Moskau mit deutschsprachigen Programm lauschen. Die Begeisterung darüber kann mit den Empfangsversuchen der 20er Jahre verglichen werden. Die Teilnehmerbewerbungen an den Ferienpaßaktionen konnten von der Nachfrage kaum bewältigt werden. Jede dieser Aktionen verfolgte die örtliche Presse mit Bild und Text. Das Programm wurde abgerundet durch Besichtigungen von Fernsehsendern , Kraftwerken , Peilveranstaltungen mit zum Teil internationalen Teilnehmern. Die stehtige Teilnahme an der größten Amateurfunkmesse Norddeutschlands der INTERRADIO in Hannover , mit eigenen Flohmarktstand und Mitglied im Messeteam seit 1995, stellt einen weiteren Schwerpunkt dar. Im Zeitraum von 1990 - 1998 durchliefen die Kurse ca. 80 Bewerber , wobei 18 Teilnehmer eine neue Lizenz erhielten bei den Prüfungen bei der Reg-TP ( Regulierungsbehörde für Telekomunikation und Post ), in Göttingen und Hannover. Weiter qualifizierten sich 3 weitere Funkamateure für eine höhere Lizenzklassen und neuen Rufzeichen.
Ab 1996 verspürte man den Einfluß des Internets, welches für den allgemeinen Gebrauch immer erschwinglicher seitens der Kosten wurde. Die Teilnehmerzahlen gingen herunter und Computerfreaks eroberten diese neuen Gebiete . Erst seit der Novellierung des Amateurfunkgesetzes , wie auch vieler anderer Fernmeldegesetze gab es grundlegende Veränderungen. Bisher kannte man 3 Lizenzklassen . Die Klasse B , mit Freigabe aller Amateurfunkbänder und 750W , Klasse A mit eingeschränkter Kurzwelle und 150W und der Klasse C für nur UKW und 75W. Mit der neuen Regelung gibt es seit Mitte 1998 die Klasse 1 Kurzwelle alle Bänder 1000W , Klasse 2 alle UKW Bänder 1000W und die Einsteigerklasse 3 , mit 10W ERP ( gesamt abgestrahlte Leistung ) und begrenzt auf 2m und 70cm Band. Mit Einführung dieser Einsteigerklasse wurde ein wahrer Ansturm zur Amateurfunkprüfung ausgelöst der bis zur Drucklegung anhält.